Wärmepumpen im Bestandsgebäude-Altbau
Zunächst ist zu prüfen, ob das Bestandsgebäude für eine Wärmpumpe geeignet? Studien belegen, dass bereits ohne Sanierungsmaßnahmen über 50 % der Bestandsgebäude effizient mit einer Wärmepumpe betrieben werden können. Bei 20-30 % sind kleinere Maßnahmen erforderlich, wie z.B. einen teilweisen Austausch der Heizkörper. Somit sind bis zu 80 % der Bestandsgebäude für eine Wärmpumpe geeignet!
Ein erster Indikator für die Eignung einer Wärmpumpe im Altbau ist die Höhe der Vorlauftemperatur. Um das zu prüfen regelt man bei der alten Heizung die Vorlauftemperatur bei starken Minusaußentemperaturen auf 50 bis 55 Grad ab. Wird dann das Haus noch ausreichend warm ist grundsätzlich eine Wärmpumpe möglich.
Verlässlicher ist aber die Berechnung der Heizlast des Gebäudes. Dadurch wird festgestellt welche Größe die Wärmepumpe haben muss, damit sie effizient arbeitet. Die Heizlastberechnung macht ein Heizungsinstallateur oder ein Energieberater, es gibt aber auch Tools im Internet hierfür, siehe Unterseite „Externe Info & Links“. Für eine unabhängige und verlässliche Heizlastberechnung sind erfahrungsgemäß qualifizierte Energieberater zu empfehlen. Oft arbeiten Heizungsfirmen auch mit Energieberatern zusammen.
Detaillierter ist die Heizlastberechnung der einzelnen Räume verbunden mit dem hydraulischen Abgleich der Heizkörper. Dadurch wird ermittelt, welche Menge an Wärme notwendig ist um den Raum auf die gewünschte Raumtemperatur zu erwärmen und sich somit die Wärme effektiv im ganzen Haus gleichmäßig verteilt.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen um eine Wärmepumpe effizient zu betreiben sind weitere Maßnahmen erforderlich wie z.B. Dämmung der obersten Geschossdecke, der Außenwände oder der Kellerdecke. Ein Austausch einfach verglaster Fenster durch mehrfachverglaste Fenster kann in Betracht gezogen werden. Hierbei ist aber immer die Kosten - Nutzenanalyse zu berücksichtigen. Dabei ist zu prüfen, ob die Ausgaben für Dämmung oder Fensteraustausch in einem wirtschaftlichen Verhältnis zu den Einsparungen durch die Wärmpumpe stehen. Hierfür ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) von einem zertifizierten Energieberater zu empfehlen, wo untersucht wird welche Maßnahmen notwendig sind und in welcher Reihenfolge eine Sanierung des Altbaus angebracht ist.
Durch einen individuellen Sanierungsfahrplan erhöht sich auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude um 5 %. Diese zentrale Förderung umfasst Wärmpumpen bis zu 70 %. Dämmung, Fenster, Türen und die Heizungsoptimierung werden jeweils mit 15 bis 20 % gefördert, siehe Unterseite „Externe Info & Links“.