Ergänzungen und Alternativen zur Wärmepumpe

Es gibt einige Alternativen zur Wärmepumpe, viele davon sind aber nicht genügend effizient, der Betrieb zu teuer und unwirtschaftlich oder sie sind nur eingeschränkt zukunftssicher, z. B. wegen gesetzlicher Vorgaben.

Nachfolgend werden diese kurz beschrieben und die Vor- und Nachteile aufgeführt.

Eine Hybridheizung ist ein Heizsystem, das zwei oder mehr verschiedene Technologien und Energiequellen miteinander kombiniert, um ein Gebäude zuverlässig mit Wärme und Warmwasser zu versorgen. In der Praxis wird dabei oft ein klassischer, fossiler Wärmeerzeuger (wie eine Gasheizung) mit einer erneuerbaren Energiequelle (wie einer Wärmepumpe oder Solarthermie) gekoppelt. 

Hybridheizungen sind bei älteren Gebäuden oft eine gute Lösung, wenn eine Wärmepumpe alleine nicht ausreicht, um die gesetzlichen Vorgaben für erneuerbare Energien zu erfüllen. Bei modernen Sanierungsmaßnahmen wie zusätzlicher Dämmung oder neuen Fenstern ist eine Hybridheizung hingegen in den meisten Fällen nicht mehr nötig. 

Die Anschaffungskosten sind höher, es besteht weiterhin die Abhängigkeit von Gas und Öl und die damit verbundenen nicht kalkulierbaren langfristigen Kosten, wie CO2-Bepreisung und zukünftige höhere Netzentgelte beim Gas.

H2-Ready Gasheizungen werden keine Zukunft haben und sind mit unkalkulierbaren Kostenrisiken verbunden. Sie müssen mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Im Vergleich zu einer Wärmepumpe ist der Energieaufwand für das Heizen mit grünem Wasserstoff etwa 5- bis 6-mal höher. Wärmepumpen habe einen Wirkungsgrad von 300 % bis 400 %, Wasserstoffheizungen nur von 60 % bis 90 %.

Die Umrüstung der Gasnetze und der alten Gasheizungen ist teuer und ineffizient. Die benötigte Menge an Wasserstoff kann in Deutschland nicht produziert werden. Somit muss grüner Wasserstoff importiert werden und es entsteht wieder eine Abhängigkeit von anderen Ländern. H2-Ready Gasheizungen können derzeit und langfristig nicht mit 100 % Wasserstoff betrieben werden, es ist lediglich eine Beimischung von bis zu 20% möglich. Außerdem werden sukzessive die alten Gasleitungen stillgelegt, weil diese nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Dadurch wird es weniger Nutzer von Gasheizungen geben und somit steigen die Kosten für die Netzentgelte.

Wasserstoff ist und wird weiterhin ein knapper, teurer und wertvoller Energieträger sein. Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet deshalb grünen Wasserstoff als „Champagner der Energiewende“.
 
Sinnvoll ist, dass grüner Wasserstoff dort eingesetzt wird, wo man ihn wirklich braucht, nämlich in der Industrie, Luft- & Schifffahrt und zur Energiespeicherung, aber nicht für das Heizen von Gebäuden. Hierfür gibt es deutlich bessere und effizientere Lösungen.

Split-Klimaanlagen sind technisch betrachtet das gleiche wie eine Luftwärmepumpe. Sie benötigen keine Heizkörper, aber für jeden Raum ein separates Gerät, das mit der Außenanlage verbunden werden muss, wobei die maximale Leitungslänge 10 bis 30 Meter beträgt. Somit sind die Größe des Hauses und die zu beheizenden Zimmer maßgebend.

Der Nachteil einer Split-Klimaanlage ist, dass bisher die meisten am Markt angebotenen Anlagen kein Warmwasser erzeugen können.

Es gibt mittlerweile zwar einige Hersteller die Multisplit-Geräte herstellen die Warmwasser erzeugen können. Das ist aber noch ein Nischenbereich der praktisch wenig relevant ist und die zukünftige Entwicklung bleibt abzuwarten. In der Regel ist daher für die Warmwassererzeugung eine separate Lösung notwendig, wie z. B. eine kleine Brauchwasser-Wärmepumpe oder ein Durchlauferhitzer. 

Ein weiterer Nachteil ist die Luftstromakustik, denn das Innengerät verursacht durch das Gebläse ein permanentes Geräusch mit einem ständigen Luftzug, was störend sein kann.

Ist eine Split-Klimaanlage aber geeignet, hat sie den Vorteil, dass im Sommer durch aktive Kühlung und Entfeuchtung ein angenehmes Raumklima entsteht.

Soll aber das Gebäude zentral beheizt und mit Warmwasser versorgt werden ist eine Wärmpumpe die bessere Alternative.

Pellet- und Biomasseheizungen sind bei schlecht gedämmten Altbauten, wo keine Wärmepumpe betrieben werden kann, eine Alternative.

Holz ist zwar ein erneuerbarer Brennstoff, aber ein Baum braucht 50 bis 100 Jahre um das CO2 zu binden, das bei der Verbrennung in wenigen Stunden freigesetzt wird. Eine Pelletheizung ist auch nicht klimaneutral, weil beim Verbrennen auch CO2 freigesetzt wird.

Die Betriebskosten einer Pelletheizung sind vergleichbar einer Gasheizung, können aber auch etwas günstiger sein. Das hängt immer von der Marktsituation ab.

Infrarotheizung kann unter bestimmten Voraussetzungen eine gute Heizungsvariante sein. Die Vorteile sind schnelle und angenehme Wärme, ein sehr geringer Wartungsaufwand und eine einfache Installation.

Infrarotheizungen sind jedoch aufgrund des hohen Stromverbrauchs und der damit verbundenen Kosten als alleiniges Heizungssystem im ungedämmten Altbau nicht geeignet und somit unwirtschaftlich. Die Wärme ist nur im direkten Strahlungsbereich spürbar und erwärmt nicht gleichmäßig den Raum und dieser kühlt nach Abschaltung schnell wieder ab. Deshalb sind Infrarotheizungen gut geeignet als Ergänzung für das Beheizen einzelner Räume, wie z.B. das Bad.

Zu berücksichtigen ist, dass die CO2-Bilanz schlecht ist, weil das Verhältnis der Umwandlung von Strom in Wärme 1:1 ist und nicht wie bei einer Wärmepumpe 1:3 bis 5. Eine Wärmepumpe braucht also für die Erzeugung der gleichen Wärmemenge nur ein Drittel bis ein Fünftel des Stroms einer Infrarotheizung.

Solarthermie hat in Kombination mit den klassischen Verbrennungsheizungen wie Gas, Öl und Holz den größten Nutzen, weil in den sonnenreichen Monaten die Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung genutzt wird.

In Verbindung mit einer Wärmepumpe ist die Solarthermie allerdings nicht unbedingt notwendig. Die Wärmepumpe an sich ist schon sehr effizient, in Kombination mit einer Solaranlage ist der Wirkungsrad noch höher.

Ein Nachteil der Solarthermie ist, dass ein Haus über das Jahr gerechnet meistens gar nicht so viel Energie für Warmwasser braucht wie die Solarthermie erzeugt. Ein weiterer berücksichtigender Aspekt ist, dass die Installation komplexer und teurer und ein zusätzlicher Kombispeicher notwendig ist. Eine genaue wirtschaftliche Prüfung ist deshalb ratsam.

Fernwärme ist ein zentraler Lieferservice für Wärme, bei dem keine eigene Heizanlage, wie eine Öl- oder Gasheizung mehr im Haus benötigt wird. Die Wärme wird zentral an einem anderen Ort erzeugt – zum Beispiel in einem Heizkraftwerk oder durch die Nutzung von Abwärme aus der Industrie oder Müllverbrennung.Fernwärme mit dem Anschluss an ein Wärmenetz ist dann angebracht, wenn im Haus kein Platz für eine eigene Heizungsanlage vorhanden ist oder für unsanierte Altbauten die sich nicht für eine Wärmepumpe eignen.

Die Fernwärme spielt ihre Stärken vor allem in Städten, bei Mehrfamilienhäusern und in ungedämmten Altbauten aus. 

In engen Stadtvierteln oder Reihenhaussiedlungen fehlt oft der Platz für die Außeneinheiten von Wärmepumpen. Zudem gibt es dort Abstandsregeln zu den Nachbarn und öffentlichen Bereichen, unter anderem wegen der Betriebsgeräusche. 

Für Gebäude mit vielen Wohnparteien ist Fernwärme sehr attraktiv, da sie extrem wartungsarm ist, wenig Platz im Gebäude beansprucht und die Installation im Vergleich zu großen, komplexen Wärmepumpenanlagen oft einfacher und günstiger ist. 

Voraussetzung für die Nutzung ist, dass vor Ort ein Versorger für Fernwärme ist. Ist das der Fall, besteht ein Nachteil darin, dass es nur einen Anbieter gibt und man diesen nicht wechseln kann. Somit besteht eine Monopolstellung bei der Preisgestaltung. 

Im Zuge der Energiewende spielt die Fernwärme eine zentrale Rolle bei der sogenannten kommunalen Wärmeplanung. Seit dem 1. Januar 2024 sind alle Städte und Gemeinden in Deutschland durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) gesetzlich verpflichtet, einen solchen Wärmeplan aufzustellen. Großstädte (über 100.000 Einwohner) müssen diesen bis Mitte 2026 vorlegen, kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Ein Kernpunkt der Planung ist die Identifizierung von Gebieten, die sich besonders für Fern- oder Nahwärmenetze eignen. Die Kommune weist sogenannte Vorranggebiete aus, in denen das bestehende Fernwärmenetz ausgebaut oder ein neues Netz errichtet werden soll.